
Richtspruch Strackenhof
14. Januar 2011
Es ist ein guter alter Brauch, und nebenbei recht lustig auch,
dass man das Richtfest heut` begeht, bevor`s mit dem Ausbau weiter geht.
Die Bauherrn grüß` ich und die Seinen und alle, die sich hier vereinen:
Ihr fleißigen Handwerker, Planer, Gäst`, seid herzlich willkommen zu diesem Fest!
Bald wär`s zu diesem Feste nicht gekommen, denn man hat mit dem Abriss fast begonnen.
Vom „Neubau“ hielt` man gar nicht viel, weil dies Haus manch einem nicht gefiel.
Das Haus war in die Jahre gekommen, die Nässe hat die Balken in Mitleidenschaft genommen.
Auch die Mauern hielten dem Druck nicht mehr stand, es verrutschte so manche Wand.
Trotzdem hat es insofern, im innern einen harten Kern.
Hat es doch überlebt fürwahr den Sturm Kyrill vor vier Jahr.
Dem, neu gegründeten Verein sei Dank, dass dieser Spuk ein Ende fand.
Sie scheuten Müh und Kosten nicht, und gaben dem Bau ein neu Gesicht.
Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat sich gern zu diesem Werk bekannt,
die NRW Stiftung, der Bund, das Land seien hier ebenfalls genannt.
Die alten Mauern in denen wir jetzt sind vereint, erzählen uns von längst vergang`ner Zeit.
Von harter Not, vom trotzen und vom wagen, in der die Menschen nicht verzagen.
Für viele Kinder stand hier die Wiege, denn das Haus wurd` gebaut im 30jährigen Kriege.
Ich gäb` was drum, könnt es erzählen was im Dorf geschehen, was es all die Jahre hat gesehen.
Fast 400 Jahre sind es her, da tat an dieser Stell,
ein andrer seinen Richtspruch sagen – bist längst vergessen, - alter Gesell !!
Der Geist der Gemeinschaft, hier soll erblühen, der Bürger soll hier nach des Alltage Mühen
Erholung, Zerstreuung und Freude erleben und fröhlich den Becher zum Trunke erheben.
Man wird sich hier finden zu ernsthaften Dingen, doch wird man auch lachen, tanzen, singen;
es wird ein getreues Abbild hier geben, vom Geist der Gemeinde und ihrem Leben, -
kurzum, dies Haus wird der Gemein` in Zukunft lebendiger Mittelpunkt sein.
Es steht betreut von dieser Stadt, weil es in den Schutz der Denkmalpflege trat.
Zum Richtfest sind wir jetzt vereint und denken still der Alten,
die hier gebaut und hier gewohnt, mög Gott in Gnaden walten!
Gedenken wollen wir auch dem, der den Stein ins Rollen brachte
Und der nun von oben, über diesen Bau stets wachte.
Ich hab genug geredet nun und geh jetzt meiner Wege.
Und eh ich jetzt verschwind vom Bau, mög`s kräftig noch erklingen.
Ich trink auf Architekt und Meister auf Lehrling und Gesellenschar
auf allen treuen guten Geister, die an dem Werk mit tätig warn.
Und nun du Glas fahr hin zum Grunde, gesegnet sei der Bau zur Stunde. Prost !!
(Text: Katharina Hoff, 1. Vorsitzende IG "STRACKENHOF E. V.")
(Foto: Timei © 2011)
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